Es gibt Kuchen, die man für besondere Anlässe bäckt, andere zum Teilen – und dann gibt es solche wie diesen, die scheinbar dafür gemacht sind, einen Moment innezuhalten. Der Wolkenkuchen mit Zitrone möchte nicht mit Schichten, Füllungen oder aufwendiger Dekoration beeindrucken. Seine Magie liegt im Unsichtbaren: in der Luft, die behutsam in den Eischnee eingeschlagen wird, in der federleichten Krume, die kaum Widerstand leistet, und in dem Augenblick, in dem die Gabel fast mühelos hindurchgleitet.
Dies ist ein minimalistischer und ehrlicher Kuchen. Ohne Butter, ohne Öl, ohne Backpulver. Keine Abkürzungen, keine chemischen Helfer – das Volumen entsteht ausschließlich durch die Eier und durch Geduld. Ein Rezept, das dazu einlädt, das Tempo zu drosseln und zu verstehen, dass Leichtigkeit nicht erzwungen werden kann, sondern sorgfältig aufgebaut wird.
Die Zitrone dominiert nicht, sie begleitet. Sie bringt Frische und Aroma, ohne der Textur die Show zu stehlen – denn sie ist der wahre Star. Der griechische Joghurt sorgt für Cremigkeit und Struktur und ergibt eine Konsistenz, die an eine perfekte Mischung aus Soufflé und japanischem Cheesecake erinnert, aber dennoch ihren eigenen Charakter bewahrt. Das Ergebnis ist ein zarter, saftiger und unglaublich luftiger Kuchen, der förmlich auf der Zunge schmilzt.
In der Thermomix-Version bleibt der handwerkliche Charakter vollständig erhalten. Die Maschine übernimmt das präzise Aufschlagen, doch die kleinen Details bleiben entscheidend: Zutaten auf Zimmertemperatur, perfekt glänzender Eischnee und ein vorsichtiges Unterheben, damit die eingeschlagene Luft nicht verloren geht. Das sanfte Garen im Wasserbad vollendet den Kuchen und sorgt für eine gleichmäßige, seidige Textur.
Dies ist kein Kuchen für viele Tage. Am besten genießt man ihn frisch – vielleicht nur mit einer feinen Schicht Puderzucker bestäubt. Pur ist er perfekt. Ein Kuchen, der nicht laut ist, aber lange in Erinnerung bleibt.
Wolkenkuchen mit Zitrone aus dem Thermomix
Zutaten
- 4 Eier Größe M, zimmerwarm (Eigelb und Eiweiß getrennt)
- Fein abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone
- 40 g Zucker (für die Eigelbmasse)
- 250 g griechischer Naturjoghurt, zimmerwarm
- 40 g Weizenmehl
- 20 g Speisestärke (Maisstärke)
- 1 Teelöffel frisch gepresster Zitronensaft
- 1 kleine Prise Salz
- 80 g Zucker (für das Eiweiß)
- Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung
- Backofen & Form vorbereiten
- Backofen auf 150 °C Ober-/Unterhitze (ohne Umluft) vorheizen.
- Eine Springform von 18 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen, auch den Rand (etwas überstehen lassen).
- Die Form in eine größere, ofenfeste Auflaufform stellen.
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- Eigelbmasse
- Rühraufsatz (Schmetterling) einsetzen.
- Eigelb, 40 g Zucker und Zitronenschale in den Mixtopf geben.
- 3 Min. / Stufe 3,5
- Joghurt hinzufügen:
- 20 Sek. / Stufe 3
- Mehl und Speisestärke zugeben:
- 15 Sek. / Stufe 2,5
- Masse in eine große Schüssel umfüllen.
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- Eiweiß aufschlagen
- Mixtopf gründlich reinigen und trocknen.
- Schmetterling einsetzen, Eiweiß, Salz und Zitronensaft zugeben.
- 2 Min. / Stufe 3,5 (ohne Messbecher)
- Währenddessen den Zucker langsam einrieseln lassen.
- Der Eischnee soll glänzend sein und weiche Spitzen bilden.
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- Unterheben
- Einen Löffel Eischnee kräftig unter die Eigelbmasse rühren.
- Restlichen Eischnee in drei Portionen vorsichtig unterheben (von unten nach oben).
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- Backen im Wasserbad
- Teig in die Form füllen und glatt streichen (nicht klopfen).
- Heißes Wasser in die äußere Form gießen (ca. 3 cm hoch).
- Backen bei 150 °C für 70–80 Minuten — Ofen nicht öffnen.
- Danach:
- Backofen ausschalten, Tür einen Spalt öffnen, Kuchen 15 Minuten ruhen lassen.
- Herausnehmen und vollständig abkühlen lassen.
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- Servieren
- Vorsichtig aus der Form lösen und mit Puderzucker bestäuben.
Fußnoten
Kurze Tipps
✔ Am besten am selben Tag genießen (zart wie ein Soufflé)
✔ Kann mit frischen Himbeeren oder Erdbeeren serviert werden
✔ Dass der Kuchen beim Abkühlen leicht zusammenfällt, ist ganz normal – das gehört zu seinem Zauber

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